Leseproben

Lyrik:

Im Schatten des Abschieds

Im Schatten des Abschieds
Eilt das Herz im Rücken der Zeit
Eilt das Herz windesgleich
Eilt und bleibt und weilt
Doch im Schattenreich

Und fängt die Blume keinen Strahl
Und fängt keinen Streif des Windes
Im Schatten des Abschieds
Bleiben Aug und Herz ewig blind
Für die Zauber des Lichts
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An open glass of depths and sorrows

An open glass of depths and sorrows
Empties by rainfalls droping
The awaken shadow slowly flows
Between the ending and hoping

Dreams fall from high above
Pathes become illusions of the blind
But still the timeless sound of love
Surrounds the souls of any kind

Surrender, I say, surrender
You basterd from the seas of wine
You´ve become my donkey tender
My future story´s lost line

 

Prosa:

Die Einigung

Die Melancholie nippte seit Stunden noch am selben Glas Bier. Der Enthusiasmus hingegen lag auf der Bartheke, auf ihm eine Lache aus Kotze und Restalkohol, und zerbrochenes Glas. Nicht unweit von den beiden saß eine Gruppe an einem Tisch und diskutierte wild gestikulierend; mal wurde auf den Tisch geschlagen, mal geschimpft, manchmal gelacht, oder ausgelacht.
Die Aggression verschränkte die Arme und weigerte sich partout, die Rolle des Zweiten anzunehmen.
»Aber jetzt ist doch auch mal die Ruhe dran«, wandte die Aufmüpfigkeit entschieden ein. Die Aggression lies nicht mit sich reden und schlug der Angst ein Glas Bier auf den Schädel, die sogleich in sich zusammensackte.
»Jetzt krieg dich doch endlich ein«, warf die Verzweiflung lautstark ein und warf sich die Hände auf den Kopf und schüttelte sich verzweifelt.
Die Aggression machte keine Zugeständnisse. Sie wich nicht im geringsten von ihrer Position ab.
Die Ignoranz jedoch sah drüber hinweg und sprach weiter. »Wir müssen, ob wir wollen oder nicht, eine neue Rangfolge festlegen.«
»Nein, nein, nein«, schimpfte die Aggression, nahm drei Schlucke Bier vom Glas der Hilflosigkeit und schlug auf den Tisch, »du stehst ab sofort auf meiner Liste ganz oben, du Drecksack!«
Die Ignoranz sprach jedoch unbeirrt weiter und bekam Zuspruch vom Trotz. Nun stand die Aggression auf, bereit, über den Tisch zu greifen und die Ignoranz zu packen. Das Entsetzen drückte sich die Hände auf die Augen, während die Ohnmacht für einen Moment austrat. Der letzte Schrei vom Schrei ließ jedoch alle auf einmal verstummen und besänftigte fürs Erste die Aggression, die sich wieder hinsetzte, die Arme aber wieder demonstrativ verschränkte.
»Es geht doch nur darum, dass jeder mal an die Reihe kommt, du aber nicht zu kurz kommst. Wir wissen ja alle, dass mit dir immer zu rechnen ist und das tolerieren wir«, sagte die Vernunft und hoffte, die Aggression mit dieser Bemerkung endgültig zu beschwichtigen.
Der Verstand verstand nun den sich hier bietenden Augenblick nutzbar zu machen und ergänzende: »Vielleicht sollten wir eine Zusatzbestimmung aufnehmen. Ich meine damit eine Ausnahmeregelung für die eine oder andere Situation.«
»Das ist eine gute Idee!« warf die Freude ein und riss die Arme triumphierend in die Höhe.
»Wahnsinnig gut«, rief der Wahnsinn und schlug den Kopf dreimal auf den Tisch, so dass Gläser teilweise vom Tisch auf den Boden hüpften und zerschepperten. Das Bier spritzte in alle Richtungen. Das Entsetzen sprang von seinem Platz, nur zu spät. Die Panik rannte aus der Bar, während der Ärger und die Ungeduld den Wahnsinn händeringend davon abhielten, den Kopf weiter auf den Tisch zu hauen; die Abscheu sah angewidert weg.
»Ja, ja, von wegen gute Idee«, sagte die Schwermut, »ist ja doch alles immer dasselbe mit euch.« Nun blickten alle verständnislos zu ihr rüber, denn schließlich hatten sie sich bisher niemals soweit einigen können wie heute an diesem Tisch.
Das Temperament rastete von der Langwierigkeit der Diskussion genervt aus und gab der Schwermut von links eine in die Fresse. Ihr Sabber entriss sich ihrem Mund in einem immer länger werdenden Faden und schlug der Aggression ins Gesicht. Nun war es um sie geschehen. Sie sprang auf den Tisch, zerfetzte sogleich die Schwermut und geriet in eine Schlägerei mit dem Temperament. Die Hilflosigkeit zog die Angst mit unter den Tisch, während die Freude die Freude verlor und zusammen mit der nun heiteren Enttäuschung enttäuscht die Bar verließ. Die Vernunft ließ den Kopf hängen, zahlte und ging, dabei die nächste Sitzung vor Augen haltend, von der sie sich – wie sie hoffte – mehr Erfolg versprach. Es war ja nun immerhin der Wunsch nach der Festlegung einer Rangfolge der Gefühle auf den Tisch gelegt worden.

 


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